Easthawk Ranch
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Praxistag für Reitlehrer, Trainer und Unterrichtende

Verständlich unterrichten

Biomechanik verstehen, sehen und erklären

„Sitz gerade.“
„Fersen tief.“
„Ruhigere Hände.“
„Mehr treiben.“

Wir wissen meist ziemlich genau, was wir beim Reiter verändern möchten. Doch eine fachlich richtige Korrektur führt nicht automatisch zu einer besseren Bewegung.
Denn bevor wir erklären können, was ein Reiter verändern soll, müssen wir erkennen, warum eine Bewegung überhaupt so entsteht, wie wir sie sehen.
Genau darum geht es an diesem Praxistag.

Bewegung erkennen. Zusammenhänge verstehen. Besser erklären.





Eigentlich hast du es doch richtig erklärt … Erfahrung sammeln

Du korrigierst den Sitz – aber wenige Minuten später sieht es wieder genauso aus.

Du möchtest eine unruhige Hand verbessern – doch jede neue Korrektur erzeugt irgendwo anders Spannung.
Du sagst deinem Schüler, was er verändern soll – und merkst trotzdem, dass er nicht wirklich weiß, wie.
Oder du siehst, dass etwas nicht stimmt, kannst aber nicht genau greifen, wo die eigentliche Ursache liegt.
Das passiert nicht nur unerfahrenen Reitlehrern.

Manchmal müssen wir nicht mehr erklären – sondern zuerst anders hinschauen.


Nicht jedes sichtbare Problem ist auch die Ursache Woran hakt es?

Eine hochgezogene Ferse muss kein Problem der Ferse sein.
Eine unruhige Hand entsteht nicht zwangsläufig in der Hand.
Und wer schief sitzt, muss sich nicht einfach nur „gerade hinsetzen“.
Der menschliche Körper funktioniert als Ganzes. Eine Veränderung an einer Stelle beeinflusst häufig die Bewegung an einer anderen.

Deshalb beschäftigen wir uns damit, sichtbare Auffälligkeiten nicht sofort zu korrigieren, sondern zunächst zu fragen: Was passiert hier eigentlich – und wodurch könnte es entstehen?

Erst beobachten. Dann verstehen. Dann verändern.


Bewegung mit anderen Augen betrachten

Wir beschäftigen uns mit grundlegenden biomechanischen Zusammenhängen und schauen darauf, wie Bewegung im Körper entsteht.
Nicht mit dem Anspruch, an einem Tag sämtliche Biomechanik zu erklären.

Sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen:
Wie beeinflussen sich Becken, Oberkörper, Beine und Hände?
Was verändert sich, wenn an einer Stelle Spannung entsteht?
Welche vermeintlichen „Sitzfehler“ sind möglicherweise nur die sichtbare Folge eines ganz anderen Problems?
Und welche Korrektur hilft wirklich weiter?

Denn wer Zusammenhänge erkennt, sieht beim Unterrichten plötzlich mehr.

Vom Beobachten zum Verstehen

Nach den gemeinsamen Grundlagen gehen wir an echte Reitsituationen.
Wir beobachten verschiedene Reiter und schauen uns Sitz und Bewegungsabläufe genauer an.

Gemeinsam überlegen wir:
  • Was fällt uns auf?
  • Was bewegt sich – und was bewegt sich vielleicht nicht?
  • Wo könnte die Ursache liegen?
  • Was würden wir zuerst verändern?
  • Welche Korrektur könnte helfen?
  • Und welche würde das eigentliche Problem möglicherweise gar nicht lösen?
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viele Fehler zu finden.

Es geht darum, genauer unterscheiden zu lernen, was wirklich relevant ist.





Wie sage ich es meinem Reitschüler? Verständlich erklären

Wir können einen Zusammenhang fachlich verstanden haben – und ihn trotzdem so erklären, dass beim Gegenüber nur ein Fragezeichen bleibt.

Deshalb schauen wir uns auch unsere Sprache im Unterricht genauer an.
Was bedeutet beispielsweise „locker sitzen“ für jemanden, der gar nicht weiß, wie sich „locker“ anfühlt?
Was macht ein Reiter tatsächlich, wenn wir ihm sagen, er solle seine Ferse tiefer nehmen?
Und welches Bild entsteht im Kopf, wenn wir eine bestimmte Bewegung beschreiben?

Wir probieren unterschiedliche Erklärungswege aus und überlegen gemeinsam, welche davon wirklich verständlich und umsetzbar sind.
Denn entscheidend ist nicht, was wir sagen – sondern was beim Reiter ankommt.


Manche Dinge versteht man erst, wenn man sie selbst erlebt

Deshalb gehört zu diesem Tag nicht nur Beobachten und Besprechen.
Mit kleinen Übungen und Selbsterfahrungen machen wir Bewegungen und Zusammenhänge spürbar.
Manchmal verändert schon eine andere Vorstellung eine Bewegung.
Manchmal braucht es eine ungewöhnliche Übung.
Und manchmal genügt ein einziger Satz, damit etwas plötzlich Sinn ergibt.
Genau diese Momente wollen wir nutzen.

Aus „Ich weiß, wie es aussehen soll“ wird „Jetzt verstehe ich, warum es so funktioniert.“



Für alle, die Menschen beim Reiten begleiten

Der Kurs richtet sich an Reitlehrer, Trainer, Übungsleiter, Reitpädagogen, angehende Unterrichtende und erfahrene Ausbilder, die ihre eigene Arbeit einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten möchten.
Dabei spielt es keine Rolle, nach welcher Reitweise oder auf welchem Niveau du unterrichtest.
Du musst auch nicht alles, was du bisher gemacht hast, über Bord werfen.

Im Gegenteil:
Wir schauen gemeinsam darauf, warum etwas funktioniert, warum manches nicht funktioniert und welche weiteren Möglichkeiten es geben könnte.
Kein Schema F. Sondern ein Tag zum Beobachten, Ausprobieren und Weiterdenken.


Organisatorisches

Termine 24.01.2027

Kurszeit: 9:00 bis ca. 18:00 Uhr

  • typische Unterrichtssituationen, Erfahrungen und wiederkehrende Herausforderungen
  • Beobachtung, Analyse, praktische Übungen und Selbsterfahrung
  • Für jeden geeignet
  • erprobte Ausrüstung mitbringen für Bodenarbeit und Reiten
  • Unterrichtszeiten richten sich nach der Teilnehmerzahl und werden rechtzeitig bekannt gegeben
  • Mittagessen wird gemeinsam bestellt; Getränke und Kaffee gegen kleine Kaffeespende
  • Unterkunft bitte selbst organisieren
  • Seminarleitung: Sabrina Ostfalk-Gaßner, Übungsleiter & Dozentin
  • Seminarstätte: Easthawk-Ranch, 91282 Betzenstein, Bayern
  • Investition:
    250 € inkl. Verpflegung

  • Manchmal verändert ein anderer Blick den ganzen Unterricht

    Dieser Praxistag soll dir keine fertige Methode liefern.

    Er soll Fragen aufwerfen, gewohnte Korrekturen hinterfragen, Zusammenhänge sichtbar machen und dir neue Möglichkeiten geben, Bewegung zu beobachten und deinen Schülern verständlicher zu erklären.
    Vielleicht nimmst du nur eine einzige Idee mit, die deinen Unterricht verändert.
    Vielleicht merkst du aber auch, dass du tiefer einsteigen möchtest.
    Dann ist dieser Tag ein guter Einstieg in meine mehrtägige Praxisausbildung Vom Sehen zum Verstehen, in der wir Bewegungsanalyse, Biomechanik, Hilfengebung und verständlichen Unterricht deutlich ausführlicher und systematisch erarbeiten.

    Manchmal beginnt guter Unterricht mit einer ganz einfachen Frage:
    Was sehe ich eigentlich wirklich?